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21. April 2018

„Deutsche sind unzufrieden“, „Türken sind stark“ und „Chinesen sind schlau“: So denkt das Netz über diese Nationen


Berlin (ots) -

Google weiß viel über uns - manchmal mehr, als uns lieb ist. Schon
beim Tippen macht die Suchmaschine Vorschläge, welche Suchanfrage
gemeint sein könnte - und lässt so auch Rückschlüsse auf verbreitete
Klischees zu.

Die Wintotal.de-Redaktion hat ausgewertet, welche Vorschläge die
Google-Funktion "Autosuggest" macht, wenn man verschiedene
Nationalitäten in die Suchmaschine eingibt, z.B. "Deutsche sind...".
Hier die wichtigsten Ergebnisse:

- Deutsche sehen sich selbst anscheinend nicht sehr positiv: Laut
der aus Deutschland stammenden Suchanfragen sind sie
"unzufrieden".
- Weitere nach wie vor verbreitete Klischees: "Italiener sind
Machos", "Franzosen sind gute Liebhaber" oder "Niederländer sind
schlechte Autofahrer".
- Große Unterschiede gibt es bei den skandinavischen Ländern:
Während Dänen als "die glücklichsten Europäer" beneidet werden,
gelten Schweden als "arrogant" und Finnen als "depressive
Trinker".
- Einige der vorgeschlagenen Suchanfragen beziehen sich auf
politische Geschehnisse: So gelten Griechen als "Opfer falscher
Entwicklungspolitik" und Österreicher als "politikverdrossen und
EU-kritisch".

Die Auto-Vervollständigungs-Funktion von Google ist sehr
aufschlussreich, wenn man Vorurteile entlarven möchte, die Menschen
über bestimmte Personengruppen hegen.

Welche Ergänzungen vorgegeben werden, hängt von der Suchfrequenz
und -häufigkeit der jeweiligen Begriffe ab. Insofern geben die
Vorschläge auch Auskunft darüber, was in diesem Zusammenhang häufig
gesucht wird.

"Die Vorschläge basieren auf aktuellen Suchtrends, geben also
wieder, was besonders oft in diesem Zusammenhang in die Suchmaske
eingegeben wird", erklärt Désirée Rossa von Wintotal.de.

Klar ist: Vorgeschlagene Suchanfragen wurden bereits häufig in die
Suchmaske eingegeben. Um einen Einfluss des eigenen Suchverlaufs
auszuschließen, hat die Wintotal.de-Redaktion die Suchen mit
gelöschten Cookies ausgeführt.

Google zeigt neben negativen auch positive Vorurteile

Dass bei den Vorschlägen viele typische und bekannte Vorurteile
reproduziert werden, ist wenig überraschend: "Fünf der 25
untersuchten Nationalitäten wurden mit typischen Klischees belegt",
so Désirée Rossa, Leiterin der Wintotal.de-Analyse. "So seien
Amerikaner 'prüde', Italiener 'Machos' und Spanier 'laut', während
Franzosen für 'gut im Bett' gehalten werden", so Rossa weiter.

Von den Klischees für die untersuchten Nationalitätsbezeichnungen
sind elf negativ, sieben neutral und immerhin acht auch positiv
ausgefallen: Dänen gelten als "die glücklichsten Europäer" - kein
Wunder, denn eine Studie der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen
kam 2011 genau zu diesem Ergebnis. Isländer und Tschechen gelten als
besonders "freundlich" und Polen als "fleißiger als Deutsche"; Türken
sind laut der Vervollständigungsfunktion "stark", Chinesen "schlau"
und Koreaner "hübsch".

Auch Zitate und Schlagzeilen prägen Google-Suchvorschläge

Andere Vorschläge beziehen sich auf Zeitungsartikel, z.B. die
Sätze "Ungarn sind enttäuscht über die Zurückhaltung der EU" oder
"Griechen sind Opfer falscher Entwicklungspolitik", die sich jeweils
auf die Überschriften von Meinungs-Artikeln der WELT beziehen. Ein
weiteres Beispiel: Österreicher sind laut Google-Vervollständigung
"politikverdrossen und EU-kritisch", eine Referenz an einen
Die-Presse-Artikel.

Bekannte Zitate können ebenfalls als Vorlage für die
Vervollständigungen dienen, so zum Beispiel ein Ausspruch Sigmund
Freuds, nach dem Iren "unzugänglich für Psychoanalyse" seien - ihre
Denkprozesse seien zu widersprüchlich und irrational.

Wie kommen Vorurteile zustande?

"Vorgefertigte Urteile erleichtern uns grundsätzlich das Handeln
im Alltag. Sie helfen dabei, uns in der Welt zu orientieren - was
umso wichtiger wird, je komplexer diese erscheint", erklärt Désirée
Rossa, Diplom-Soziologin und Leiterin der Wintotal.de-Analyse. "Daher
tendieren wir dazu, Menschen nach Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder
Nationalität in Gruppen einzuteilen", so Rossa weiter.

"Allerdings handelt es sich dabei nicht zwingend um tatsächliche
Eigenschaften der jeweiligen Personengruppe, sondern lediglich um
Zuschreibungen von außen" führt Expertin Rossa aus. Oft geht es dabei
auch um die Aufwertung der eigenen Gruppe durch eine Herabsetzung von
Mitgliedern der anderen Gruppe.

"Problematisch wird es, wenn Vorurteile den Blick auf die
tatsächlichen individuellen Eigenschaften einer Person verzerren und
so zu Diskriminierung führen. Umso wichtiger ist es, diese kritisch
zu hinterfragen und nicht einfach unbedacht zu übernehmen", erklärt
Rossa.

Hintergrund

Das Verbraucherportal Wintotal.de bietet Kaufberatung, Tests,
hilfreiche Downloads und Tipps rund um die Themen Technik, PC und
Windows. Herausgeber von Wintotal.de ist die VGL Verlagsgesellschaft
mit Sitz in Berlin.



Pressekontakt:
Désirée Rossa
Pressearbeit
E-Mail: presse@wintotal.de

Telefon: 0176 / 47132633

Herausgeber dieser Pressemitteilung:

VGL Verlagsgesellschaft mbH
Köpenicker Straße 126
D-10179 Berlin
Web: https://www.wintotal.de/

Original-Content von: Wintotal.de, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/129404/3914387

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