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21. April 2018

Atommüll im Zwischenlager Leese: Mehr Problemfässer als bisher bekannt


Hamburg (ots) - Im Zwischenlager für schwach radioaktiven Atommüll
in Leese (Landkreis Nienburg) stehen 442 Fässer, die intensiv
nachbehandelt werden müssen. Das belegt eine bisher unveröffentlichte
Studie im Auftrag des Umweltministeriums, die dem NDR Regionalmagazin
"Hallo Niedersachsen" vorliegt. Bislang hatte das Umweltministerium
dem Landtag gegenüber nur sieben problematische Atomfässer
eingeräumt.

Den Bürgern vor Ort teilte das Ministerium diese Ergebnisse bisher
nicht mit, obwohl die Studie schon seit mehr als einem Jahr vorliegt.
Die Bürger in Leese fühlen sich schlecht informiert. "Freiwillig
rücken die gar nix raus", sagt Henning Breiter von der
Bürgerinitiative Strahlenschutz Leese. Umweltminister Olaf Lies (SPD)
sagte dem NDR hingegen, er gehe, genau wie sein Vorgänger Stefan
Wenzel (Grüne), mit dem Thema "sensibel" und "transparent" um.

In den 1484 Fässern im Landesbesitz lagert schwach radioaktives
Material, etwa aus Röntgenpraxen. Was genau sich in welchem Fass
befindet, ist unklar. Es gibt Fotos von aufgeblähten Fässern mit
hochgewölbtem Deckel und Rostflecken. Wolfgang Schumacher von der
Bürgerinitiative Leese ist besorgt: "Wenn man sich das genauer
angucken würde, was da alles drin ist, dann würde man wahrscheinlich
schon blasser werden." Laut Studie müssen mindestens 442 Fässer, also
jedes dritte Fass, "nachkonditioniert" werden: Einige sollen
getrocknet werden, in anderen müssen hochgiftige Stoffe zusätzlich
verpackt werden.

Das kann vor Ort in Leese nicht geschehen, weil die Lagerhalle
viel zu eng ist. Das Umweltministerium sucht daher derzeit per
Ausschreibung eine Firma, die alle Fässer abtransportiert, untersucht
und endlagerfähig macht. Wohin die Fässer danach kommen, ist unklar:
Der eigentlich dafür vorgesehene Schacht Konrad ist erst 2027 bereit.
Auch in Leese können sie nicht dauerhaft bleiben. Ende 2030 läuft
dort der Pachtvertrag aus.

Hinweis an die Redaktionen:

Verwendung der Meldung frei bei Nennung der Quelle "NDR Hallo
Niedersachsen".

Weitere Informationen unter www.ndr.de/niedersachsen



Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Fernsehredaktion "Hallo Niedersachsen"
Tel.:0511 988 - 2410

http://www.ndr.de
https://twitter.com/NDRpresse

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/6561/3916749

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