Gehe zu…

Tagesbote.eu

News unabhängig, direkt & transparent

21. April 2018

Zahl der Straßenkinder in Pakistan steigt auf 1,5 Millionen an / Gewalt, Missbrauch, Verschleppung und Krankheiten bedrohen täglich ihr Leben


--------------------------------------------------------------
Mehr SOS-Infos
http://ots.de/T6T9Nc
--------------------------------------------------------------


Faridabad (ots) - Immer mehr Minderjährige in Pakistan sind
obdachlos: Die Zahl der Straßenkinder stieg nun auf 1,5 Millionen an.
"Diese Kinder sind schutzlos Verbrechern, Schlepperbanden sowie
Krankheiten und Gräueltaten ausgesetzt!", erklärt Saba Faisal, die
Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Pakistan. "Sie werden körperlich
missbraucht, ausgebeutet und kämpfen täglich ums Überleben! Das geht
an keiner Kinderseele spurlos vorbei!"

Mehrere Mord- und Missbrauchsfälle hatten in den letzten Jahren
bereits die mediale Aufmerksamkeit auf die prekäre Lage der
Straßenkinder in den Großstädten Pakistans gerichtet. Doch noch immer
gibt es kein Gesetz oder ausreichendes Vorgehen der zuständigen
Behörden zum Schutz der Kinder. "Das muss sich ändern! Wir können die
Kinder nicht einfach ihrem Schicksal überlassen", sagt Faisal. Denn
rund 80 Prozent der minderjährigen Obdachlosen seien komplett auf
sich allein gestellt: Einige hätten ihre Eltern niemals
kennengelernt. Viele haben häusliche Gewalt erfahren und sind
davongelaufen oder wurden von ihren Eltern bereits als Kleinkinder
ausgesetzt, weil kein Geld da war, um sie zu versorgen. "Die
restlichen 20 Prozent haben noch mindestens einen Elternteil, müssen
aber ebenfalls auf der Straße schuften, anstatt zur Schule zu gehen,
weil die Familie das Geld zum Überleben braucht. Für einen Hungerlohn
von maximal 50 Cent sammeln sie Müll, betteln oder putzen
Windschutzscheiben von wartenden Autos an Ampeln. Viele von ihnen
werden zudem von Verbrechern für kriminelle Tätigkeiten wie
Diebstähle eingesetzt", berichtet Faisal.

Den Straßenkindern fehle es nicht nur an Bildung und einem
sicheren Zufluchtsort, sondern sie hätten auch keinen Zugang zu
gesunder Nahrung, ärztlicher Versorgung oder Medizin. Besonders
schwer sei es laut Faisal für die afghanischen Flüchtlingskinder, die
vor dem Krieg in ihrem Land geflohen sind und nun etwa die Hälfte
aller minderjährigen Obdachlosen in Pakistan ausmachen. "Die Kinder
müssen gezählt und registriert werden und zudem einen sicheren
Unterschlupf, Schulbildung und Medizin erhalten. Die Gemeinden und
Behörden in Pakistan sollten für den Schutz dieser hilflosen Kinder
sorgen sowie die Armut im Land mindern, damit Eltern sich selbst um
ihren Nachwuchs kümmern können", so Faisal. "Wir nehmen in unseren
SOS-Programmen so viele Kinder wie möglich auf und versorgen zudem
bedürftige Gemeindemitglieder mit Lebensnotwendigem wie Trinkwasser
oder Medizin, aber unsere Kapazitäten sind angesichts der
hunderttausenden Hilfesuchende begrenzt."

In den insgesamt 15 Kinderdörfern, elf Jugendzentren, 22 Schulen,
sechs Berufsausbildungszentren sowie drei medizinischen Einrichtungen
helfen die SOS-Kinderdörfer seit 1975 Kindern und Jugendlichen in
Pakistan. Darunter auch viele ehemals obdachlose Kinder, die nun
durch SOS nicht nur ein sicheres Zuhause und eine neue Familie
gefunden haben, sondern auch die Möglichkeit, etwas aus ihrem Leben
zu machen.



Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Medienkommunikation
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

https://www.presseportal.de/pm/1658/3916644

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen